Projekt 1: Haus in Aurolzmünster

Die Baustelle ist nur 200m von mir entfernt - ich verbringe viel Zeit dort - und Bauherren sind unsere Tochter und ihr Lebensgefährte ... Dieses Projekt ist durchgehend sehr gut dokumentiert und steht auch stellvertretend für andere.

 

In der Planung sind wir uns bei den wichtigen Themen wie die Ansprüche an Baubiologie und Ökologie, erneuerbare Energie, Baukosten und Wohnqualität  durch manches familien-interne Gespräch einig. Das Haus sollte nicht zu groß, einfach und zeitlos, aber qualitativ hochwertig werden. Nach einer kurzen aber intensiven Planungszeit kommt folgendes heraus:

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Die Eckdaten dazu:

  • Wohnfläche 127 m², kein Keller
  • Nebengebäude mit Carport, Werkstatt/Abstellraum, Heizraum, Holzlager
  • Holzriegelbau, EG mit Putzfassade , OG mit Lärchenfassade
  • Heizung mit Scheitholzkessel, Solaranlage, Pufferspeicher, Kaminofen

Die erforderlichen Angebote sind schnell erledigt, da ohnehin sehr viel Eigenleistung vorgesehen ist. Nachdem die Haustechnik klar ist, werden die dazu erforderlichen baulichen Maßnahmen  neben anderen Details in den Ausführungsplan übernommen. Für die ausführenden Firmen ist ein Zeitplan wichtig, um die Kapazitäten einplanen zu können, für die Helfer, um den Urlaub anmelden zu können.

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Die ohnehin vorgesehene Gartenhütte bauen wir im April als „Übungsobjekt“ . Sie leistete wertvolle Dienste als Werkzeug und Mannschaftshütte, bis das Haus verschließbar war. Das Dach wird später noch begrünt.

Im Mai geht in einer Woche die Errichtung der Fundamente über die Bühne:  Humus abziehen, Schnurgerüst, Streifenfundamente ausheben und Beton rein. Mit Betonfüllsteinen werden dann alle Fundamente für Haus, Carport, Terrasse, Hauseingang etc. auf die richtige Höhe gesetzt. Vor dem Betonieren prüfen, ob auch alle Einbauteile und Anschlüsse drinnen sind. Etwas Mehraufwand beim Einrichten der Schalung für die Bodenplatte hat sich gelohnt: die gesamte Fläche hat eine Unebenheit im Bereich von 0,5 cm! Das kommt uns bei allen weiteren Arbeitsgängen zugute.

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Den Zimmerermeister kenne ich schon für seine Spezialität: Holzriegelbau mit Bauherren-Mithilfe - der ist genau richtig für diesen Fall. Beim Sägewerk, wo er auch das gesamte Bauholz einkauft, steht uns eine Halle zur Verfügung. Nachdem auch hier alles gut vorbereitet ist, geht es voller Tatendrang ans Holz…...die Bauleute und Helfer hatten vorher auch noch nie solche Arbeit gemacht – es ist schon recht spannend!

Für die Riegelwände wird KVH (Konstruktionsvollholz) verwendet. Das ist getrocknet, 4-seitig gehobelt und in Stangen zu 13 Metern. Nach den Abbundplänen des Zimmerers werden jede Menge Teile zugeschnitten, angezeichnet und zusammengeschraubt. Nach einer kurzen Einarbeitung macht es auch den Büroleuten Spaß, handwerklich zu arbeiten und die Wände wachsen zu sehen.

Statt den üblichen OSB-Platten bevorzugen wir eine Vollholzschalung zur Aussteifung der Wände. Diese wird diagonal über die Wände montiert –erst händisch geheftet, dann mit dem Druckluftnagler durchgenagelt und mit der Handkreissäge besäumt. So entsteht nun Wand auf Wand.

Wo gehobelt wird, fallen auch Späne –in diesem Fall ganz wörtlich zu nehmen…. Nach einer intensiven  Woche werden unsere Wände, der Dachstuhl und eine Menge Schalungsbretter und Latten verladen.

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Da wird’s schon mal eng ... Der LKW-Fahrer hat sich die Zufahrt vorher angesehen. Vielleicht etwas ungewöhnlich: das Gerüst ließen wir vorher schon aufstellen - es ist ja bereits ab Arbeitshöhen von 3 Metern erforderlich. Nun steht die erste Wand - spannend ...!

Wand für Wand schwebt ein ... die ersten Räume sind zu sehen ... die spezielle Vollholzdecke verlegt ... und der Kranfahrer kündigt an, dass er leider nur heute Zeit hat ... und es geht sich dann auch aus….. am Abend ist der Dachstuhl drauf!

Am zweiten Tag folgen Rau- und Vordachschalung, Unterdach, Konterlattung, Lattung und Ortgangbretter – also fertig für den Spengler. Der traditionelle Firstbaum mit anschließender Gleichenfeier gehört natürlich auch dazu. In der Nacht wird noch gleich durch starken Regen das Unterdach getestet - am nächsten Morgen: alles dicht!

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Die Fassade wird besonders im Detail sorgfältig ausgeführt. Hinterlüftung, Anschlüsse (Fenster!) und Übergänge entscheiden über die Qualität und Dauerhaftigkeit des Gebäudes!

Nun ist das Dach endgültig dicht. Möglichst viele Materialen werden in ihrer Naturfarbe belassen - so das Tondach und alle Spenglerbleche in Alu natur (glänzt im neuen Zustand, wird dann mit der Zeit matt). Die Vordächer über der Terrasse und dem Hauseingang werden mit weißem Verbund-Sicherheitsglas gedeckt.

Die Unterkonstruktion für die 14m² - Solaranlage auf dem Nebengebäude - mit 50 Grad Neigung und Südausrichtung - bietet ideale Bedingungen für Warmwasser und Heizungs-unterstützung. Die Auswahl der Putzfarbe ist gar nicht so einfach ... Der geschützte Sitzbereich lässt uns genüsslich die Pausen in der Sonne nutzen. Die Herbstsonne heizt die dunkleren Terrassenwände auf, so dass sie am Abend noch angenehm wärmen.

Wir haben das gute Wetter im Herbst noch genutzt und das Haus außen fast fertiggestellt, den Erdwall schon mit den Stauden bepflanzt und das Pflaster bei der Zufahrt gelegt. Nun geht es an den Innenausbau und die Haustechnik. Ein Beitrag dazu folgt in Kürze ...